{"id":4359,"date":"2021-06-29T11:45:37","date_gmt":"2021-06-29T09:45:37","guid":{"rendered":"https:\/\/kirchehundwil.ch\/?page_id=4359"},"modified":"2021-06-29T11:45:38","modified_gmt":"2021-06-29T09:45:38","slug":"abschiedswort-unseres-pfarrers-an-hundwil","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kirchehundwil.ch\/?page_id=4359","title":{"rendered":"Abschiedswort unseres Pfarrers an Hundwil"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Hundwilerinnen und Hundwiler!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kein vern\u00fcnftiger Mensch w\u00fcrde so etwas glauben \u2013 wenn nicht ganz starke Argumente daf\u00fcr sprechen w\u00fcrden. Die Bibel behauptet, dass der Sch\u00f6pfer zu uns Menschen reden will. Wer kann das glauben? Der Gott, der die Erde und alle ihre unz\u00e4hlig vielen Pflanzen und Tiere gemacht hat, der sich das Geheimnis des Lichts, des Wassers und der Luft ausgedacht und unsere K\u00f6rper so erschaffen hat, dass wir atmen, sehen und unsere Nahrung zu frischer Lebenskraft verwandeln k\u00f6nnen, der in den unvorstellbar weiten R\u00e4umen vom Universum die Milliarden von Himmelsk\u00f6rpern auseinanderstreben l\u00e4sst \u2013 dieser Gott, sagt die Bibel, wolle zu uns reden. Nicht mit donnernder Stimme vom Himmel herab. Sondern durch das, was Mose, die Propheten, K\u00f6nig David, Jesus und die Apostel gesagt und geschrieben haben. Wer kann das glauben? Kein vern\u00fcnftiger Mensch w\u00fcrde das \u2013 wenn die Bibel nicht ein so vielschichtiges, pr\u00e4zises, \u00fcberreiches und doch auch wieder klares und einfaches Buch w\u00e4re. Nun aber kann jeder sich selber \u00fcberzeugen. Jeder kann die Bibel aufschlagen und lesen. Und merkt dann zuerst: Das sind starke, schwere, oft komplizierte Worte. Wie k\u00f6nnte es anders sein, wenn der Allm\u00e4chtige zu uns reden will? Was da geschrieben steht, kann niemand in f\u00fcnf oder in zwanzig Minuten verstehen. Daf\u00fcr muss man sich Zeit nehmen, viel Zeit. Denn da redet tats\u00e4chlich einer, der kl\u00fcger als ich, mit einer Liebe, die viel leidenschaftlicher ist als ich zu ermessen vermag. So viele verschiedene Menschen, mit so verschiedenen Lebensschicksalen, hat dieser Gott schon begleitet, getr\u00f6stet und mit einer unausl\u00f6schlichen Hoffnung begabt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diesem unfassbar grossen Gott habe ich 37\u00a0Jahre lang dienen d\u00fcrfen als Pfarrer. Wir mussten bei unserer Ordination versprechen, dass wir das Bibelwort getreu weitersagen. Schon im Studium konnte ich nicht glauben, was die meisten unserer Professoren ganz selbstverst\u00e4ndlich vorausgesetzt haben: Dass die Bibel ein menschengemachtes Buch sei, in dem sich achtenswerte religi\u00f6se Gef\u00fchle und Erlebnisse spiegeln. Ich konnte das nicht glauben, weil die Worte der Bibel so sind, wie sie sind: Oft sehr fremd, kindlich, manchmal unheimlich, und doch geheimnisvoll gut. Darum bin ich vom ersten Tag im Pfarramt davon ausgegangen, dass es doch stimmt, was die Bibel selber sagt (auch wenn wir es an der Universit\u00e4t anders gelernt hatten): In den Bibelworten redet tats\u00e4chlich Gott. Ein Gott, der so m\u00e4chtig ist, dass ich ihn niemals verstehen werde (und schon gar nicht das Recht habe, ihn zu korrigieren). Im Vertrauen darauf habe ich mit vielen hundert Menschen, jungen und alten, \u00fcber das Gotteswort geredet. Ich habe mir zu Herzen genommen, was sie mir \u00fcber ihr Leben berichtet haben, Leidvolles und Sch\u00f6nes, und habe ihnen dazu etwas Tr\u00f6stliches und Befreiendes aus der Bibel zu sagen versucht, und mit ihnen gebetet. So bin ich selber immer tiefer und tiefer und das Bibelwort hineingef\u00fchrt worden. Ich habe immer mehr verstanden und darf jetzt am Ende von meiner pfarramtlichen T\u00e4tigkeit bekennen: Das Bibelwort ist und bleibt f\u00fcr mich ein staunenswert gutes und grosses Geheimnis. Vieles, was ich da lese, macht mich unruhig, erschreckt mich. Aber ebenso vieles macht mich fr\u00f6hlich, schenkt mir ein kindliches Zutrauen und begabt mich mit einem hellen und wunderbar tiefen Frieden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1004\" height=\"612\" src=\"https:\/\/kirchehundwil.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Foto-Bernhard-Rothen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4360 size-full\" srcset=\"https:\/\/kirchehundwil.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Foto-Bernhard-Rothen.jpg 1004w, https:\/\/kirchehundwil.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Foto-Bernhard-Rothen-300x183.jpg 300w, https:\/\/kirchehundwil.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Foto-Bernhard-Rothen-768x468.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1004px) 100vw, 1004px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So kann ich uns allen jetzt nur w\u00fcnschen: M\u00f6ge der Gott der Bibel mit uns sein, bis an unseren letzten Lebenstag, und mit seinem Wort uns begleiten auch auf dem schmalen Weg, der uns in das f\u00fchrt, was kein Mensch sich denken und vorstellen kann: Das ewige Leben jenseits der engen Pforte des Todes. <\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">M\u00f6gen wir einander, so lange noch Zeit ist, alles Unrecht und B\u00f6se vergeben k\u00f6nnen, damit wir dann dar\u00fcber staunen und uns freuen k\u00f6nnen, dass der Sch\u00f6pfer uns tats\u00e4chlich vergeben und uns zu seinen Kindern gemacht hat. Adieu \u2013 Gott befohlen, liebe Hundwilerinnen und Hundwiler!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pfarrer Paul Bernhard Rothen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Hundwilerinnen und Hundwiler! Kein vern\u00fcnftiger Mensch w\u00fcrde so etwas glauben \u2013 wenn nicht ganz starke Argumente daf\u00fcr sprechen w\u00fcrden. Die Bibel behauptet, dass der Sch\u00f6pfer zu uns Menschen reden will. Wer kann das glauben? 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