{"id":5796,"date":"2022-10-20T17:09:35","date_gmt":"2022-10-20T15:09:35","guid":{"rendered":"https:\/\/kirchehundwil.ch\/?page_id=5796"},"modified":"2023-02-17T13:56:08","modified_gmt":"2023-02-17T12:56:08","slug":"was-wuerde-jeremia-uns-sagen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kirchehundwil.ch\/?page_id=5796","title":{"rendered":"Was w\u00fcrde Jeremia uns sagen ?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Wort des Pfarrers<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fluch oder Segen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nun bin ich bereits ein gutes Jahr Pfarrer in Hundwil. Sonntag f\u00fcr Sonntag darf ich mit einer treuen und \u00fcberdurchschnittlich zahlreichen Gemeinde Gottesdienst feiern. Zuletzt durften wir in einem vom Jugendch\u00f6rli und den Religionssch\u00fclern bereicherten Erntedankgottesdienst unserem Sch\u00f6pfer danken. W\u00e4hrend in vielen Gegenden unseres Landes und der Erde grosse Trockenheit und Wassermangel herrschte, hat er in Hundwil die Matten treu von oben getr\u00e4nkt, so dass sie gr\u00fcn und saftig blieben. Das Vieh auf den Alpen und die Bauern zu Hause konnten gutes Gras ernten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nebst den Gottesdiensten (auch im Erika), den Besuchen zu Hause, in den Altersheimen und im Spital, ist vor allem der Unterricht eine grosse, verantwortungsvolle und immer wieder auch dankbare Aufgabe.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den \u00e4lteren Kindern merke ich, dass ihnen ein inhaltsreicher kirchlicher Unterricht zu Teil geworden ist. Sie haben hier in Hundwil ausserordentlich viel gelernt \u00fcber ihren Sch\u00f6pfer und Herrn. Manche Kinder wissen dank Jahren in der Sonntagsschule und im Religionsunterricht mehr vom Gott der Bibel, als viele der \u00e4lteren Christen, ob in Hundwil oder anderswo. Viele sind auch aktiv dabei im Unterricht, stellen gute Fragen und geben manches Mal bedenkenswerte Antworten auf meine Fragen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der 5. und 6. Klasse h\u00f6ren wir momentan vom Prophet Jeremia. Die Kinder sehen an ihm unter anderem, dass Gott manchmal auch Dinge von uns verlangt, die uns nicht liegen, die wir lieber nicht wollen, die m\u00fchsam und beschwerlich sind. Jeremia hatte von Gott den Auftrag erhalten, sein Volk, seine Mitmenschen zu kritisieren und zur Umkehr zu rufen. Sie sollen sich abkehren von ihren b\u00f6sen Wegen und umkehren zu Gott.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer Religionsstunde fragte ich die Sch\u00fcler: \u201eWas w\u00fcrde Jeremia uns in Hundwil sagen, wenn Gott ihn heute zu uns schicken w\u00fcrde?\u201c Zu meiner grossen \u00dcberraschung antwortete eines der Kinder: \u201eWir sollen weniger fluchen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Antwort hat mich erstaunt. Denn das ist etwas vom Wenigen, das mir in diesem ersten Jahr als Hundwiler Pfarrer ebenfalls negativ aufgefallen ist: In Hundwil wird viel geflucht. Und dies nicht bloss unsch\u00f6n aber harmlos wie etwa \u201eHueresiech\u201c oder \u00e4hnliches. Es wird dabei leider auch h\u00e4ufig der Name Gottes missbraucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht nur ein \u201eO mein Gott!\u201c oder \u201eJesses Gott\u201c (Abk\u00fcrzung f\u00fcr Jesus ist Gott, \u00fcbrigens das k\u00fcrzeste christliche Glaubensbekenntnis) oder \u201eHeilandsack\u201c (Heiland Sakrament, etwa \u201eder Heiland stehe uns bei mit seinem Sakrament\u201c (Abendmahl)). Auch das ist nicht gut, wenn es kein bewusstes&nbsp;&nbsp;Stossgebet, sondern nur ein gedankenloser Ausruf ist. Besser w\u00e4re in diesem Fall beispielsweise ein \u201eMeine G\u00fcte!\u201c oder \u00e4hnliches.<\/p>\n\n\n\n<p>Weit schlimmer aber sind die richtigen Fl\u00fcche! \u201eGottverdammi\u201c, \u201eChr\u00fczsatan\u201c, \u201eChr\u00fczsiech\u201c! Dass Gott ihn verdammen m\u00f6ge, w\u00fcnscht sich wohl kein geistig gesunder Mensch. Schrecklich auch ist die Bezeichnung, ja Beleidigung und Verunglimpfung des am Kreuz leidenden und sterbendenen Gottessohns als \u201eSiech\u201c oder gar als \u201eSatan\u201c. &#8211;<\/p>\n\n\n\n<p>Das je nach Z\u00e4hlung zweite oder dritte Gebot der zehn Gebote lautet: \u201e<em>Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen. Denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht<\/em>.\u201c (2. Mose 20, 7).<\/p>\n\n\n\n<p>Wohl keiner, der unbewusst und gedankenlos Gott oder Jesus anruft und wahrscheinlich auch keiner, der ebenso gedankenlos mit dem Namen Gottes flucht, ist sich bewusst, dass er damit den Namen Gottes missbraucht. Und die allermeisten w\u00fcrden das auch gar nicht wollen. Und doch geschieht es in manchem Haus unseres Dorfes. So dass es auch die Kinder pr\u00e4gt und auch sie, ohne es zu wissen oder zu wollen, bereits den Namen Gottes missbrauchen. &#8211;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich weiss nicht, was Jeremia zu uns sagen w\u00fcrde, wenn er pl\u00f6tzlich bei uns durchs Dorf gehen w\u00fcrde, in die Beizen, die Gemeindekanzlei, die Kirche, die Schule, die Jugi.-<\/p>\n\n\n\n<p>Was ich aber weiss, ist, dass wir, jeder einzelne von uns, eine Verantwortung haben im Umgang mit dem Namen unseres Gottes und was aus diesem Umgang an Gutem oder Schlechten fliesst: Was soll in unserem Haus, in unserem Verein, in unserem Dorf Wirklichkeit werden?<\/p>\n\n\n\n<p>Die furchtbare Drohung: \u201e<em>Der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht<\/em>\u201c, oder das tr\u00f6stliche Versprechen: \u201e<em>Der Herr ist nahe denen, die ihn anrufen, allen, die ihn ernstlich anrufen\u201c<\/em>(Psalm 145, 18)?<\/p>\n\n\n\n<p>Pfr. David M\u00e4gli<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: Hondwiler Bl\u00e4ttli, 4. Quartal 2022<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wort des Pfarrers Fluch oder Segen Nun bin ich bereits ein gutes Jahr Pfarrer in Hundwil. Sonntag f\u00fcr Sonntag darf ich mit einer treuen und \u00fcberdurchschnittlich zahlreichen Gemeinde Gottesdienst feiern. 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