{"id":5804,"date":"2022-10-21T08:39:20","date_gmt":"2022-10-21T06:39:20","guid":{"rendered":"https:\/\/kirchehundwil.ch\/?page_id=5804"},"modified":"2023-02-17T13:14:56","modified_gmt":"2023-02-17T12:14:56","slug":"zur-amtseinsetzung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kirchehundwil.ch\/?page_id=5804","title":{"rendered":"Zur Amtseinsetzung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Wort des Pfarrers<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Best\u00e4ndig auf den Advent zu<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Gottesdienst am 22. August hat mich Kirchenr\u00e4tin Regula Amman zum rechtm\u00e4ssig eingesetzten Pfarrer der Kirchgemeinde Hundwil erkl\u00e4rt. Es war ein sch\u00f6ner Tag. Ein festlicher Gottesdienst bereichert vom herzerw\u00e4rmenden Gesang des Hundwiler Jugendch\u00f6rli. Anschliessend ein feines Essen im R\u00f6ssli mit guten Begegnungen und Gespr\u00e4chen. Viel Wohlwollen ist mir und meiner Familie an diesem Tag entgegengekommen. Und auch seither. Daf\u00fcr bin ich dankbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun bin ich mich am Einarbeiten im Pfarramt. Viele der allt\u00e4glichen Aufgaben habe ich bereits kennengelernt (zum Beispiel auch die Gestaltung der kirchlichen Seiten im Hondwiler Bl\u00e4ttli). Bis heute, da ich diese Zeilen schreibe, musste ich gottlob noch kein Gemeindeglied beerdigen. Das ist bemerkenswert und ein Grund zur Dankbarkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu meiner Freude haben sich die Hundwiler Kinder kaum ver\u00e4ndert in ihrer Art. Es ist erstaunlich, wie aufmerksam sie sind. Ob in der 2. oder in der 9. Klasse, sie h\u00f6ren zu, denken und reden mit. Nat\u00fcrlich nicht nur und nicht andauernd, aber was w\u00e4ren das f\u00fcr Kinder, wenn es anders w\u00e4re? Und noch immer singen sie die Chor\u00e4le so, dass es eine Freude ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider konnten sie am Erntedankgottesdienst infolge der Regierungsmassnahmen ihre Lieder nicht zu Gottes Ehre erklingen lassen. Das gemeinsame Singen, die Gemeinschaft im Gottesdienst und die Gemeinschaft bei Wurst und Brot wurde verunm\u00f6glicht. Ausser die Kirchgemeinde h\u00e4tte einen Teil der Gemeindeglieder einfach ausgeschlossen. Was keine Option ist, denn das Haupt der Kirche, Jesus Christus, hat gesagt: &#8222;<em>Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstossen<\/em>&#8220; (Johannes 6, 37). Auch der Seniorennachmittag, der f\u00fcr den 28. Oktober geplant war, wird unter diesen Umst\u00e4nden nicht stattfinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Virus, die Massnahmen aufgrund desselben und die Konsequenzen, die daraus fliessen, ber\u00fchren fast alle Lebensbereiche. Und sie f\u00fchren uns etwas unwidersprechlich vor Augen. Etwas, das wir zu schnell immer wieder vergessen, trotz vieler gegenteiliger Hinweise: Wir Menschen verm\u00f6gen auch beim besten Willen nicht, wahre Gemeinschaft zu stiften. Eine Gemeinschaft, die Bestand h\u00e4lt. Bestand h\u00e4lt, ganz egal, was da kommen mag, wenn es auch der Tod w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Hat Bundesrat Alain Berset noch an seiner 1. Augustrede gesagt: &#8222;<em>Nur mit Eigenverantwortung und Wahlm\u00f6glichkeit kann echter sozialer Zusammenhalt entstehen \u2013 Zwang ist keine Option<\/em>&#8222;, so werden heute gesunde Menschen von Universit\u00e4ten, Restaurants, kulturellen Anl\u00e4ssen ausgeschlossen, wenn sie sich nicht testen oder impfen lassen wollen oder k\u00f6nnen. In andern L\u00e4ndern kommt es bereits zu b\u00fcrgerkriegs\u00e4hnlichen Szenen. Wir Schweizer sind, Gott sei Dank, etwas zur\u00fcckhaltender. Noch ist es nicht so weit. Doch wird auch bei uns der Graben tiefer. Waren es am Anfang noch verschiedene Meinungen zum Virus, seiner Gef\u00e4hrlichkeit, den Massnahmen, die zu Diskussionen, Streit und Zerw\u00fcrfnissen gef\u00fchrt haben, so sind es jetzt die Massnahmen der Regierung selbst, welche die Menschen trennt.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts dieser einen grossen Wahrheit, dass wir keine bleibende Gemeinschaft stiften k\u00f6nnen und angesichts der diese Wahrheit veranschaulichenden Missst\u00e4nde, ist es gut, dass wir auch dieses Jahr wieder auf den Advent zugehen. Denn auch der Advent erinnert uns an etwas. Etwas, das wir leider ebenfalls h\u00e4ufig zu schnell vergessen. &#8222;Advent&#8220; heisst Ankunft. Jesus ist angekommen. Damals vor 2000 Jahren, als Sohn Marias. Er ist Mensch geworden und hat sein Leben gegeben, damit wahre Gemeinschaft wieder m\u00f6glich ist. Gemeinschaft zuerst mit Gott und in ihm dann auch miteinander. Eine Gemeinschaft, die nicht unser Wohlwollen als Grundlage hat, das schnell einmal sich in Missgunst oder gar Hass verkehren kann. Eine Gemeinschaft, die nicht von uns Menschen und unseren wechselhaften Gedanken und Empfindungen abh\u00e4ngig ist. Die Gemeinschaft des Sch\u00f6pfers mit denen, die ihm geglaubt haben. Die Gemeinschaft der Kinder Gottes. Eine Gemeinschaft, die von keinen pers\u00f6nlichen Differenzen, keinem Virus, keinen M\u00e4chtigen dieser Welt, und auch nicht vom Tod zerst\u00f6rt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Advent erinnert uns aber auch daran, dass auch diese Gemeinschaft noch auf ihre Vollendung wartet. Er erinnert uns an die Ankunft, die noch bevorsteht. &#8222;<em>Ich komme wieder und werde euch zu mir nehmen<\/em>&#8222;, hat Jesus seinen J\u00fcngern gesagt (Johannes 14,3). Von alters her ist deshalb der Advent auch eine Zeit der Busse, eine Zeit der Umkehr zu Gott. Eine Zeit, darin Christen Gott besonders um Vergebung und Erbarmen bitten. Damit er sie bereit mache f\u00fcr die wahre Gemeinschaft. Die zwar hier schon beginnt, die aber dann erst zur Vollendung kommt, wenn Christus wiederkommt und das Reich Gottes f\u00fcr alle sichtbar anbricht.<\/p>\n\n\n\n<p>Lassen wir uns das vom Virus und vom Advent sagen und nehmen es zu Herzen, oder glauben wir weiterhin, wir Menschen k\u00f6nnten es richten?<\/p>\n\n\n\n<p>Pfarrer David M\u00e4gli<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: Hondwiler Bl\u00e4ttli, 3. Quartal 2021<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wort des Pfarrers Best\u00e4ndig auf den Advent zu Im Gottesdienst am 22. August hat mich Kirchenr\u00e4tin Regula Amman zum rechtm\u00e4ssig eingesetzten Pfarrer der Kirchgemeinde Hundwil erkl\u00e4rt. Es war ein sch\u00f6ner Tag. 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