{"id":7339,"date":"2024-01-19T10:41:06","date_gmt":"2024-01-19T09:41:06","guid":{"rendered":"https:\/\/kirchehundwil.ch\/?page_id=7339"},"modified":"2024-01-19T10:41:06","modified_gmt":"2024-01-19T09:41:06","slug":"leben-oder-nur-zentralisiertes-dienstleistungsangebot","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kirchehundwil.ch\/?page_id=7339","title":{"rendered":"Leben oder &#8211; nur zentralisiertes Dienstleistungsangebot?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Wort des Pfarrers<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8230; dann wird man nachdenklich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Hundwil da wissen viele etwas, das man an den allermeisten anderen Orten in unserem Land kaum mehr weiss. Das Jahr hat nicht schon immer am 31. Dezember geendet. Nebst dem \u201eneuen\u201c Silvester an diesem Tag gibt es einen \u201ealten\u201c Silvester am 13. Januar. Die Chlausschuppel erinnern uns jedes Jahr wieder daran. Im Jahr 1582 hatte Papst Gregor einen neuen Kalender eingef\u00fchrt. \u00dcber zwei Jahrhunderte sp\u00e4ter haben dann auch die (damals noch) widerspenstigen Appenzeller den neuen Kalender akzeptiert. Eine Zeit lang wurde an beiden Daten Silvester gefeiert. Daran erinnern uns die \u201eSch\u00f6ne\u201c, die \u201eSch\u00f6-W\u00fceschte\u201c und die \u201eW\u00fceschte\u201c, wenn zumindest sie es auch heute noch so handhaben und auch am alten Silvester noch den Familien auf den H\u00f6fen ein gutes neues Jahr w\u00fcnschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mitten zwischen diesen beiden Silvestern ist der 6. Januar, bei uns bekannt als Dreik\u00f6nigstag. In vielen H\u00e4usern wird der Dreik\u00f6nigskuchen gegessen und hier und dort tr\u00e4gt dann ein strahlendes Kind die Krone.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob es drei waren, wissen wir nicht. Sie brachten drei Gaben: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Weshalb dann bald schon auch von drei K\u00f6nigen die Rede war. Die Bibel berichtet auch nicht von K\u00f6nigen, sondern von \u201eMagiern\u201c oder \u201eWeisen\u201c. M\u00e4nner, die \u00fcber ein besonderes Wissen verf\u00fcgten, unter anderem auch \u00fcber die Sterne. Einer dieser Sterne hatte sie nach Jerusalem gef\u00fchrt. Dort suchten sie im Palast nach dem neugeborenen \u201eK\u00f6nig der Juden\u201c, dem sie ihre wertvollen Gaben bringen und den sie anbeten wollten. Der amtierende K\u00f6nig aber, Herodes, er war alarmiert: Da gibt es einen Thronanw\u00e4rter, vom dem er nichts weiss, der aber so bedeutend ist, dass reiche M\u00e4nner aus dem Osten kommen, um ihm zu huldigen. Er schmeichelt sich bei den Magiern ein und fordert sie auf, ihm auf dem R\u00fcckweg zu sagen, wo sie den neuen K\u00f6nig gefunden haben, damit auch er ihm huldigen k\u00f6nne. In Wahrheit will er ihn t\u00f6ten. Die Magier finden ihn schliesslich in Betlehem im Stall in einer Krippe. Denn es ist ja kein normaler K\u00f6nig, sondern der K\u00f6nig, dessen Thron das Kreuz und dessen Krone aus Dornen sein wird. Die Magier werden von Gott gewarnt und gehen nicht zur\u00fcck zum Palast. Herodes l\u00e4sst darauf hin in Bethlehem alle Buben unter zwei Jahren t\u00f6ten. Jesus wird nur gerettet, weil sein himmlischer Vater Josef gewarnt hatte und dieser mit Maria und dem Kind nach \u00c4gypten fliehen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie es heute bei uns meistens ist mit den christlichen Festen, wird zwar wohl der Dreik\u00f6nigstag begangen, doch selten wird noch auf den Ursprung und Inhalt Bezug genommen. Beim Dreik\u00f6nigstag ist es gut verst\u00e4ndlich. Diese Episode sprengt den sch\u00f6nen und wohligen Charakter des Weihnachtfestes. Es ist erschreckend und verst\u00f6rend, was da passiert ist. Und doch geh\u00f6rt er dazu. (In vielen orthodoxen Kirchen wird, wie bei uns Silvester, Weihnachten noch nach dem alten Kalender, am 6. und 7. Januar gefeiert).<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus Christus und sein Heilswerk war von Anfang an gef\u00e4hrdet. Der B\u00f6se wollte damals und will bis heute nicht, dass die Menschen das Kind in der Krippe, den K\u00f6nig mit der Dornenkrone anbeten und Frieden machen mit ihrem Sch\u00f6pfer. Er versucht das auf alle nur denkbare Weise zu verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht, dass heute in unserem Land Christen verfolgt w\u00fcrden. In vielen anderen L\u00e4ndern geschieht das. Doch mit dem neuen Finanzreglement und dem neuen Kirchgemeindereglement, welches die Synode am 18. September des vergangenen Jahres grossmehrheitlich angenommen hat, ist es realistisch, dass unsere Kirchgemeinde schon bald nicht mehr existiert. Zum einen aufgrund der absehbaren m\u00f6glichen finanziellen Schwierigkeiten, zum andern, weil der Kirchenrat nun die Macht hat \u201eKirchgemeinden zur Zusammenarbeit zu verpflichten\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Man k\u00f6nnte denken, dass sei nicht weiter tragisch. Fusionieren sei nicht das Ende. Doch ist das so? Schaut man etwas genauer auf die Grosskirchgemeinde Z\u00fcrich, oder bei uns im kleineren auf die fusionierte Kirchgemeinde \u201e Appenzeller Hinterland\u201c, dann wird man nachdenklich.-<\/p>\n\n\n\n<p>Das Leben l\u00e4sst sich nicht zentralisieren. Auch nicht das kirchliche Leben. Dort wo nicht Sonntag f\u00fcr Sonntag in der Kirche das Wort des Lebens gepredigt und wom\u00f6glich in der Sonntagsschule erz\u00e4hlt wird, wo nicht Woche f\u00fcr Woche die Kinder in diesem Wort unterrichtet werden, wo nicht je und je eine Schar sich sammelt zum Abendmahl, um vom ewigen Leben selbst gen\u00e4hrt und getr\u00e4nkt zu werden, dort stirbt es. \u00dcbrig bleibt ein zentarlisiertes religi\u00f6ses Dienstleistungsangebot, das je nach Belieben genutzt werden kann. Dieses l\u00e4sst einen vielleicht hie und da ein sch\u00f6nes Fest feiern, doch vermag es keine Herzen zu binden und Menschen zu begaben mit dem langen Atem der Liebe und Geduld, so dass sie dankbar sind f\u00fcr das, was sie haben und bereit, einander die Lasten zu tragen. Am Ende bleiben sie leer und allein zur\u00fcck und der B\u00f6se hat erreicht, was er von Anfang an wollte. Das m\u00f6ge Gott verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p>Pfr. David M\u00e4gli<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: Hondwiler Bl\u00e4ttli, 1. Quartal 2024<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wort des Pfarrers &#8230; dann wird man nachdenklich In Hundwil da wissen viele etwas, das man an den allermeisten anderen Orten in unserem Land kaum mehr weiss. Das Jahr hat nicht schon immer am 31. Dezember geendet. 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