{"id":8651,"date":"2025-07-26T20:23:20","date_gmt":"2025-07-26T18:23:20","guid":{"rendered":"https:\/\/kirchehundwil.ch\/?page_id=8651"},"modified":"2025-10-06T18:16:23","modified_gmt":"2025-10-06T16:16:23","slug":"meinen-frieden-gebe-ich-euch","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kirchehundwil.ch\/?page_id=8651","title":{"rendered":"Meinen Frieden gebe ich euch"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Wort des Pfarrers<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesus lieben heisst &#8230;  heisst nicht &#8230;<\/h2>\n\n\n\n<p>Predigt aus Johannes 14,15-27 im Gottesdienst am Pfingstsonntag, 8. Juni 2025  in Hundwil gehalten von Pfarrer David M\u00e4gli.<\/p>\n\n\n\n<div data-wp-interactive=\"core\/file\" class=\"wp-block-file\"><object data-wp-bind--hidden=\"!state.hasPdfPreview\" hidden class=\"wp-block-file__embed\" data=\"https:\/\/kirchehundwil.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/20250608-Meinen-Frieden-gebe-ich-euch-Pfingstpredigt-8.-Juni-2025-Johannes-14-15-27.pdf\" type=\"application\/pdf\" style=\"width:100%;height:600px\" aria-label=\"Einbettung von 20250608 Meinen Frieden gebe ich euch Pfingstpredigt, 8. Juni 2025, Johannes 14, 15 - 27.\"><\/object><a id=\"wp-block-file--media-a94999ba-d375-4cc8-8086-4664167feed8\" href=\"https:\/\/kirchehundwil.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/20250608-Meinen-Frieden-gebe-ich-euch-Pfingstpredigt-8.-Juni-2025-Johannes-14-15-27.pdf\">20250608 Meinen Frieden gebe ich euch Pfingstpredigt, 8. 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Es ist noch eine kleine Zeit, dann wird mich die Welt nicht mehr sehen. Ihr aber sollt mich sehen, denn ich lebe, und ihr sollt auch leben. An jenem Tage werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer meine Gebote hat und h\u00e4lt sie, der ist&#8217;s, der mich liebt. Wer mich aber liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. Spricht zu ihm Judas, nicht der Iskariot: Herr, was bedeutet es, dass du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Wer aber mich nicht liebt, der h\u00e4lt meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr h\u00f6rt, ist nicht mein Wort, sondern das des Vaters, der mich gesandt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Das habe ich zu euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin. Aber der Tr\u00f6ster, der heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und f\u00fcrchte sich nicht. Johannes 14,15-27<\/p>\n\n\n\n<p><strong>I<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n\n\n\n<p>In den sogenannten Abschiedsreden, aus denen unser Predigttext stammt, bereitet Jesus seine J\u00fcnger auf sein baldiges Gehen vor. Am Abend seiner Verhaftung redet er davon, dass er bald nicht mehr hier sein wird \u2013 und auch davon, wie seine Herrschaft dann aussehen wird. Und das, was er sagt, ist nicht so, wie es die J\u00fcnger Jesu erhofft und erwartet hatten. Es ist anders, als was sie mit dem ganzen Volk Israel vom lange verheissenen Messias erwarteten. Sie meinten, der Christus werde f\u00fcr alle sichtbar und mit Gewalt seine Herrschaft aus\u00fcben, Gerechtigkeit herstellen und f\u00fcr Frieden sorgen. Jesus aber redet von einer geheimnisvoll verborgenen und doch m\u00e4chtigen Herrschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Judas, ein anderer als der, welcher Jesus verraten hatte, fragt: \u201eHerr, was bedeutet es, dass du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Weshalb sollte Jesus, der ja doch Gottes Sohn ist, weshalb sollte er nicht seine Herrschaft in Macht und Herrlichkeit antreten? Warum hat er nicht Pilatus, Herodes, den Hohenpriestern seine Macht offenbart?Das h\u00e4tte er ja gekonnt, mit nur einem Machtwort. So, dass alle erkannt h\u00e4tten, dass er der Herr ist und ihre Knie vor ihm gebeugt h\u00e4tten, ob freiwillig oder aus Furcht.\u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Weshalb ist er dann nach seinem Tod zuerst Frauen erschienen, die damals nicht einmal als Zeugen gegolten haben? Und einfachen Fischern und unbeliebten Z\u00f6llnern? \u2013 Auch heute stellt sich diese Frage nicht weniger bedr\u00e4ngend: Weshalb macht Jesus den Kriegen und Gr\u00e4ueln an so vielen Orten kein Ende und zeigt sich als der herrliche K\u00f6nig? Weshalb l\u00e4sst er so viele, viele Menschen leiden, gerade auch die Kleinen und Hilflosen? Weshalb tut er nicht ein Wunder und macht alles gut? Damit alle sehen, wer er ist, und ihn ehren? \u2013<\/p>\n\n\n\n<p><strong>II<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir h\u00f6ren, was Jesus im Predigttext sagt, dann k\u00f6nnen wir eine Antwort wagen auf diese schwere Frage. Ich wage sie heute: Der Grund ist, dass er liebt und geliebt sein will. Seine Herrschaft soll, solange es der Vater bestimmt hat, die Form der Liebe haben. Nicht der Macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe kennt keinen Grund. Sie liebt. Gott hat Israel nicht geliebt, weil es sich besonders hervorgetan h\u00e4tte unter allen V\u00f6lkern. Er liebt auch uns nicht, weil wir es auf irgendeine Art verdient h\u00e4tten. Er liebt uns, weil er uns liebt. Und so will auch er nicht geliebt werden, weil wir aus unserer hohen Warte herab irgendeinen Grund gefunden h\u00e4tten, ihn zu lieben. \u201eEr hat dies oder das getan, darum liebe ich ihn.\u201c Sei es eine innerweltliche Machtdemonstration, dass er uns eine mit Tr\u00e4nen erflehte Bitte erf\u00fcllt und unserer Not abhilft. Sei es, dass er uns zum ewigen Leben verhilft. F\u00fcr solche Gaben sollen wir ihm danken, ihn loben und ehren! Doch Er will geliebt werden, einfach so. Weil er der ist, der er ist. Als Antwort auf seine ebenso grundlose Liebe. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Liebe zu Gott ist etwas ganz anderes, als was wir heutigen Westeurop\u00e4er uns gemeinhin darunter vorstellen. Sie steht oder f\u00e4llt mit unserem Verh\u00e4ltnis zum Wort:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWer mich liebt, der wird mein Wort bewahren; und mein Vater wir ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Wer mich aber nicht liebt, der bewahrt mein Wort nicht. Und das Wort, das ihr h\u00f6rt ist nicht mein Wort, sondern das des Vaters, der mich gesandt hat.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Jesus lieben heisst nicht, irgendwelche sch\u00f6nen, guten Gef\u00fchle f\u00fcr ihn zu empfinden, seien sie noch so stark. Es heisst auch nicht, dass wir besonders viele Werke in seinem Namen tun. Jesus lieben, heisst viel bescheidener sein Wort \u201ebewahren\u201c, \u201ehalten\u201c. Das meint zuerst und ganz grundlegend, dass wir sein Wort h\u00fcten, bewachen. So wie ein Hirte seine Herde sch\u00fctzend beh\u00fctet, wie ein W\u00e4chter die Stadt. Dass wir unser M\u00f6glichstes tun, damit das Wort, welches uns durch die Propheten und Apostel in der Bibel anvertraut worden ist, nicht verf\u00e4lscht, verk\u00fcrzt, systematisiert, ver\u00e4ndert wird. Sei es von uns selbst in unserer gewohnten Fr\u00f6mmigkeit, sei es von denen, die es besser zu wissen meinen. Und es heisst nat\u00fcrlich dann auch: Das, was dieses Wort von uns erlitten und getan haben will, erleiden und tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit das geschehen kann, hat Jesus einen anderen Beistand gesandt. Deshalb ist es ja auch gut, dass er gegangen ist. Leiblich anwesend k\u00f6nnte Jesus jeweils nur den paar Menschen, die jeweils bei ihm sind, beistehen. Der Beistand, den er gesandt hat an Pfingsten, der Heilige Geist, kann allen, \u00fcberall, zu aller Zeit beistehen. Das tut er auf mannigfache Weise! Jesus nennt hier aber nur eine. Ein ganz und gar grundlegende:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>III<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nicht mit herausragenden Wundern hat der Geist Gottes an Pfingsten ganz Jerusalem zu Gott bekehrt. Nein er erinnerte die J\u00fcnger an alles, was Jesus ihnen gesagt hatte. So dass die J\u00fcnger den Pfingstbesuchern in Jerusalem das Werk Gottes in Jesus anhand der Worte des Alten Testamentes verk\u00fcnden konnten. Und dann half der Geist den J\u00fcngern \u00fcber die Jahre mit dem Neuen Testament die Bibel zu vollenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Gott hat sein Wort nicht in der heutigen Zeit offenbart, damit die Menschen ihn h\u00f6ren und verstehen und ihn so kennen und lieben lernen k\u00f6nnen. Er hat keine SMS, keine Tweets, keine Whatsapp-Nachrichten, keine Posts verfasst, die man in Sekundenschnelle \u00fcberfliegt, sofort darauf reagiert \u2013 und auch sofort wieder vergisst.<\/p>\n\n\n\n<p>Nein Gott hat rund um das herum, was er getan hat und tut, ein Buch verfasst. Und zwar \u00fcber den Zeitraum von etwa zwei Jahrtausenden hinweg. Ein Buch, das schlicht \u201edas Buch\u201c, \u201edie Bibel\u201c heisst. In ihm erheben verschiedenste Menschen zu verschiedenen Zeiten ihr Wort. Von Abraham bis Paulus sind es etwa zweitausend Jahre: Nomaden vom Land, Stadtmenschen, grosse F\u00fchrerpers\u00f6nlichkeiten, kleine Beamte, Schafhirten, H\u00e4ndler, K\u00f6nige und Priester, S\u00e4nger und Dichter, Geschichtsschreiber und Fischer, junge und alte Menschen. Sie alle hat Gott \u00fcber zwei Jahrtausende begabt und geleitet und so sein Wort an uns gerichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>An dieses Wort hat er seinen Heiligen Geist gebunden. Und er will, dass wir uns um dieses Wort bem\u00fchen. Jesus sagt es: Die Liebe zu Gott zeigt sich an unserem Umgang mit diesem seinem Wort. <\/p>\n\n\n\n<p>Wenn immer wieder die Forderung laut wird, dass die Kirche ihre Sprache an die Sprache der Zeit anpassen m\u00fcsse, wenn die Menschen, allen voran die Theologen, lamentieren, man verstehe heute die Sprache der Bibel nicht mehr, und wenn deshalb immer wieder \u00dcbertragungen gemacht werden mit dem Anspruch, den biblischen Text einfach und schnell verst\u00e4ndlich \u201er\u00fcberzubringen\u201c, dann ist das ein deutliches Zeichen mangelnder Liebe. Ein nicht ganz passender und doch anschaulicher Vergleich: Wem k\u00e4me es in den Sinn, den Liebesbrief seiner grossen Liebe in eine verst\u00e4ndlichere Sprache umzuformulieren? \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Oder wenn wir als angeblich aufgekl\u00e4rte Menschen zu wissen meinen, was sein und was nicht sein kann, und Worte und Handlungen Jesu f\u00fcr m\u00f6glich oder unm\u00f6glich erkl\u00e4ren, oder unsere eigene Vorstellung von Liebe, G\u00fcte, Gerechtigkeit haben und dann Gott in Frage stellen, wenn sein Tun nicht dieser Vorstellung entspricht: Dann ist das ein Mangel an Liebe.<\/p>\n\n\n\n<p>Die wahre Liebe tut das Gegenteil: Nicht Gott muss seine Sprache, sein Wort uns anpassen. Sondern wir m\u00fcssen sein Wort, seine Sprache lernen. Wir m\u00fcssen unser Denken und Verstehen Gott anpassen und uns von ihm in die Wahrheit f\u00fchren lassen. Denn er will, dass wir seine Liebe verstehen und zu erwidern lernen. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb wollen wir uns nicht hochm\u00fctig \u00fcber Christus erheben. Sondern uns ein\u00fcben in sein Denken, Reden und Wirken, seine Worte glauben und bewahren, wenn es sein muss gegen alles, was wir denken und f\u00fchlen, und so hineinwachsen in die Liebe und in den Frieden, die so anders sind, als wir meistens meinen. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDen Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt, euer Herz erschrecke nicht und f\u00fcrchte sich nicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>IV<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als ich diese Predigt gestern geschrieben habe, lag unser j\u00fcngster Sohn, Peter, in St. Gallen im Operationssaal. Aufgrund von Hirnwasser, das nicht ablaufen kann, ist der Druck in seinem Hirn stetig gestiegen, was je l\u00e4nger zur gr\u00f6sseren Gefahr wurde. Nun wurde ihm gestern eine Leitung gelegt, so dass diese Fl\u00fcssigkeit kontrolliert ablaufen kann. Vorgestern noch waren Katrin und ich das erste Mal seit seinem Unfall wieder ein bisschen zur Ruhe gekommen, versp\u00fcrten einen zart keimenden Frieden, weil es nach zweieinhalb Wochen einige kleine Zeichen zur Besserung hin gegeben hatte. Peter hatte mehrmals gel\u00e4chelt, hat zur Best\u00e4tigung, dass er uns versteht, ganz bewusst geblinzelt, hat mit viel Anstrengung meinen Finger in seiner Hand fein gedr\u00fcckt. Nun haben wir wieder einen Schlag an den Kopf bekommen, wie Katrin es formuliert hat. Der Friede, der uns kurz anhauchte, wurde von einem erneuten Sturm der Leiden Peters und der Ungewissheit und \u00c4ngste um ihn weggeblasen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben an Peters Bett in den letzten drei Wochen keinen Frieden gesp\u00fcrt. Im Gegenteil, wir haben noch nie vorher so viele schreckliche Stunden, Tage und N\u00e4chte durchleben m\u00fcssen. Visavis von Peter k\u00e4mpfte vorgestern ein Neugeborenes um sein Leben. Mit ihm die \u00c4rzte und Pfleger. Es ist gestorben. Und seine Eltern haben herzzereissend geweint. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p>Nein, wir sp\u00fcren keinen Frieden in dieser schweren Zeit. So sehr wir es uns auch w\u00fcnschten. So sehr wir bitten und flehen. Das Einzige, was nach einem langen, kr\u00e4ftezehrenden Tag am Bett Peters jeweils bleibt, ist Ersch\u00f6pfung, Weinen, flehentliches Gebet, ein Wort aus der Bibel und eine matte Leere, bis der Schlaf kommt.-<\/p>\n\n\n\n<p><strong>V<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich erz\u00e4hle das nicht, um Peters und unser Leiden darzustellen. Katrin und ich sind, wie wir wohl wissen, nur zwei unter unz\u00e4hlig vielen. Und Peter, der so tapfer k\u00e4mpft und das kleine M\u00e4dchen, das den Kampf verloren hat, sind auch nur zwei unter unz\u00e4hlig vielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich erz\u00e4hle das, weil ich meine, dass wir alle daraus lernen sollen. Denn gerade bei uns Christen hat sich ein oftmals falsches Verst\u00e4ndnis des Friedens eingeschlichen, den Christus uns geben will: Wir meinen, das sei ein innerer Friede, der uns \u00fcber alle Bedr\u00e4ngnisse, N\u00f6te, \u00c4ngste, Zweifel, Leiden und Schmerzen hinweghebt zum Ewigen. So dass wir allem Schlimmen und Schrecklichen zu Trotz im Innersten fr\u00f6hlich, gelassen und guten Mutes den Weg durch diese Zeit gehen k\u00f6nnen. Je offensichtlicher, umso besser, denken wir, damit m\u00f6glichst viele es sehen und deshalb auch an Gott glauben. So denken wir h\u00e4ufig. Aber wie ich uns am Anfang in Erinnerung gerufen habe. So will Gott nicht geliebt werden: Dass er uns einen solchen Frieden g\u00e4be. Das w\u00e4re nicht die Liebe, mit der er herrschen will. Er will, dass wir sein Wort bewahren.\u2013<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEin J\u00fcnger ist nicht \u00fcber seinem Meister\u201c,<\/p>\n\n\n\n<p>hat Jesus gesagt. Hier auf Erden hat Jesus leiden m\u00fcssen f\u00fcr unsere S\u00fcnde. Und auch wir leiden deshalb noch, solange wir in diesem todverfallenen Leib sind. Der Unterschied ist, dass Jesus allein gelitten und am Kreuz geschrien hat:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wir, liebe Gemeinde, m\u00fcssen, gerade deshalb, nicht alleine leiden:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende,\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>hat Jesus den J\u00fcngern an Auffahrt gesagt. Zehn Tage sp\u00e4ter hat der Vater den Beistand geschickt und hat auf neue Art erf\u00fcllt, was er durch den Propheten Jesaja zu seinem Volk gesagt hatte:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDenn so spricht der Hohe und Erhabene, der in Ewigkeit wohnt und dessen Name der Heilige ist: In der H\u00f6he und im Heiligen wohne ich und bei dem Zerschlagenen und Geistgebeugten, um zu beleben den Geist der Gebeugten und zu beleben das Herz der Zerschlagenen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das ruft uns der Heilige Geist immer wieder in Erinnerung durch die Worte der Bibel. Von Abel \u00fcber Josef, David, Jeremia, Daniel bis hin zu Stephanus und Paulus. \u2013<\/p>\n\n\n\n<p><strong>VI<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Erinnerung durch das Wort der Bibel gibt keinen Frieden in unser Herz, wenn wir an Peters Bett sitzen und ohnm\u00e4chtig zusehen m\u00fcssen, wie er leidet. Aber es tr\u00f6stet uns. Je und je wieder. Wenn der Heilige Geist uns daran erinnert, dass \u2013 wie die Genannten alle \u2013 auch Peter in seinem Leiden nicht allein ist. Dass Jesus Christus selber durch seinen Geist in ihm ist und mitleidet, wie kein Mensch sich das vorstellen kann. Und dass er auch ihm seinen alles Verstehen \u00fcbersteigenden Frieden zuspricht und schenkt. Und es gibt uns Hoffnung, dass Jesus das Leiden Peters, unseres, das seiner Br\u00fcder, auch eures und das vieler, vieler anderer braucht, um uns zu lehren, was Liebe ist und wie der Vater in den Himmeln verherrlicht wird.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMeinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt, euer Herz erschrecke nicht und f\u00fcrchte sich nicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4re der Friede Christi das, was wir uns w\u00fcnschen und vorstellen, er m\u00fcsste uns nicht sagen, dass unser Herz nicht erschrecken und nicht verzagen soll. Der Friede Christi ist, wie sein Reich, nicht von dieser Welt. Und wir erhalten daran Anteil nicht durch Gef\u00fchle und Erlebnisse, sondern durch sein Wort. Er \u00fcbersteigt unseren Verstand und auch unsere Seele. Er ist uns gegeben, ob wir im tiefsten Inneren Frieden sp\u00fcren oder in schrecklicher Not sind. Wir k\u00f6nnen diesen Frieden weder fassen noch k\u00f6nnen wir ihn sp\u00fcren. Er wird uns zugesagt, und wir d\u00fcrfen und sollen glauben, dass er da ist, in dem Mass und in der Form, wie es recht und gut ist f\u00fcr uns. So wie die J\u00fcnger damals den Leidensweg ihres Herrn, seine Kreuzigung und seinen Tod nicht verstehen konnten und keiner je auf die Idee gekommen w\u00e4re, dass gerade dadurch der Friede Gottes errungen worden ist \u2013 wenn nicht der Heilige Geist sie gelehrt und erinnert h\u00e4tte. Sie aber haben diesen Frieden bewahrt und weitergegeben, bis zu uns!<\/p>\n\n\n\n<p>Das sehen wir heute an diesem Pfingstfest wieder deutlich, wenn wir das Abendmahl empfangen. Wir singen dann: \u201eChriste du Lamm Gottes, gib uns deinen Frieden\u201c. Vielleicht versp\u00fcrt der eine oder andere einen Frieden beim Abendmahl. Andere versp\u00fcren Trauer, Ohnmacht, Schmerzen, Not, Angst.<\/p>\n\n\n\n<p>Empfangen tun wir Brot und den Kelch. Dass dieses Brot die Gemeinschaft des Leibes Christi ist, der f\u00fcr uns gegeben worden ist, dass dieser Kelch die Gemeinschaft des Blutes Christi ist, welches er f\u00fcr unsere S\u00fcnde vergossen hat, das sp\u00fcrt keiner. Und dass dadurch unsere S\u00fcnde gebrochen, die Vergebung besiegelt und der Friede mit Gott verb\u00fcrgt ist: Das d\u00fcrfen wir uns sagen lassen vom Heiligen Geist und mit kindlichem Glauben umfassen!<\/p>\n\n\n\n<p>So sollen wir unseren Weg durch diese Zeit gehen, ob in der Freude oder im Leid: Gelehrt und erinnert durch den Heiligen Geist im Wort der Bibel und gest\u00e4rkt durch den Frieden, den Christus am Kreuz errungen hat und den er uns je und je im Abendmahl wieder neu schenkt \u2013 so lange, bis dieser Friede endlich sichtbare und sp\u00fcrbare Wirklichkeit wird und der Vater vollendet, was er versprochen und in der Auferweckung seines Sohnes angefangen hat: Die neue Sch\u00f6pfung, in der Gott bei uns wohnen wird und er selbst jede Tr\u00e4ne abwischen wird von den Augen der vielen, vielen, mit denen er so uns\u00e4gliches gelitten hat.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Amen.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: Predigt Pfingstsonntag, 8. Juni 2025<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wort des Pfarrers Jesus lieben heisst &#8230; heisst nicht &#8230; Predigt aus Johannes 14,15-27 im Gottesdienst am Pfingstsonntag, 8. Juni 2025 in Hundwil gehalten von Pfarrer David M\u00e4gli. 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