{"id":9579,"date":"2026-10-30T23:17:34","date_gmt":"2026-10-30T22:17:34","guid":{"rendered":"https:\/\/kirchehundwil.ch\/?page_id=9579"},"modified":"2026-10-30T23:23:30","modified_gmt":"2026-10-30T22:23:30","slug":"es-faellt-der-hoechsten-baeume-laug","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kirchehundwil.ch\/?page_id=9579","title":{"rendered":"Der Herbst"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wort des Pfarrers<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Es f\u00e4llt der h\u00f6chsten B\u00e4ume Laub<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jedes Jahr d\u00fcrfen wir wunderbare Herbsttage erleben: Das langsam wogende Wolkenmeer, das weite Blau des Himmels, die goldgelbbraunroten B\u00e4ume und B\u00fcsche, das herbstlich warme Licht der Sonne. So sch\u00f6n, dass es einem das Herz erf\u00fcllt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und doch, dieser herbstlichen Sch\u00f6nheit wohnt eine Wehmut inne, die sonst keine Jahreszeit hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schon am Abend, wenn die Sonne anderen Orten auf der Erde leuchtet und am Morgen fr\u00fch, wenn sie noch nicht wieder gekommen ist. Dann wird es kalt und feucht, die Schuhe sind sofort nass, wenn man durchs Gras geht. Es ist unwirtlich. So dass man lieber drinnen bleibt in der geheizten Stube. &#8211;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit ihrer wehm\u00fctigen Sch\u00f6nheit erinnern uns die Herbsttage daran, dass alles Irdische vergeht. Das Leben zieht sich zur\u00fcck, die K\u00fche sieht man nur selten noch draussen, die Stare und Schwalben sind weggezogen. Blumen, B\u00fcsche und Bl\u00e4tter verwelken. Tiere und Pflanzen ziehen sich f\u00fcr den Winter zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Intuitiv sp\u00fcren wir, dass dieses allj\u00e4hrlich sich wiederholende Schauspiel auch uns etwas angeht. Nicht nur als Zuschauer, die sich an der Sch\u00f6nheit des Herbstes freuen und es geniessen, in die warme Stube zu kommen, ein Feuer im Ofen zu machen, einen heissen Tee zu trinken. Nein, wir alle wissen es: Auch wir selber sind da mittendrin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Es f\u00e4llt der h\u00f6chsten B\u00e4ume Laub<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>und mischt sich wieder mit dem Staub,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>von dannen es gekommen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Ach Mensch, sei noch so hoch und wert,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>du musst hinunter in die Erd,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>davon du bist genommen<\/em>.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">fasst ein sch\u00f6nes Herbstlied (RG 544) treffend diesen Zusammenhang in Worte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der Vegetation neigt sich jeweils auch das Kirchenjahr seinem Ende zu. Es ist ja verschiedentlich eng verbunden mit den Bewegungen in der Sch\u00f6pfung. Im Herbst mit der Verg\u00e4nglichkeit und dem Ende des Lebens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht nur die Bl\u00e4tter, auch das Dunkel der Tage, die l\u00e4nger werdenden N\u00e4chte, die weit in den Morgen und bis in den sp\u00e4ten Nachmittag hineingreifen, sie mahnen uns, meist unbewusst, an das Dunkel des Grabes: \u201e<em>Du muss hinunter in die Erd<\/em>\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und manche Witwe, mancher Witwer und andere alleinstehende Menschen sp\u00fcren mehr als sonst ihre Einsamkeit, die wiederum ein Vorbote dessen ist, dass uns ins Grab kein Mensch begleiten kann. &#8211;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Lehre uns bedenken dass wir sterben m\u00fcssen, auf das wir klug werden<\/em>\u201c, hat Mose vor etwa 3500 Jahren gedichtet (Psalm 91, 12).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Sch\u00f6pfung in ihrer verg\u00e4nglichen Herbstpracht hilft uns jedes Jahr dabei, wenn wir uns denn helfen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Texte im Gottesdienst haben in dieser Zeit vermehrt mit dem Ende zu tun. Dem unsrigen und dem der Welt. Am Ewigkeitssonntag gedenken wir ja jeweils namentlich noch einmal unserer Verstorbenen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bibel sagt: Wir Menschen m\u00fcssen sterben, weil wir gegen unseren Sch\u00f6pfer ges\u00fcndigt haben. &#8211;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir uns das sagen lassen und dem\u00fctig annehmen, dann sagt sie uns auch anderes. So tr\u00f6stlich und \u00fcber alles Verstehen gross, dass auch der sch\u00f6nste Fr\u00fchling es uns nicht ins Herz legen k\u00f6nnte:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie sagt uns, dass unser Sch\u00f6pfer uns liebt und sich in Jesus Christus \u00fcber uns&nbsp;&nbsp;erbarmt hat und noch will. Er ist ewig und will uns an seinem ewigen Leben Anteil geben, davon dieses irdische Dasein nur ein schwacher Abglanz ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">All das Kleine und Grosse unseres Lebens, das Fr\u00f6hliche und Sch\u00f6ne, das Leidvolle und Sch\u00e4ndliche, er weiss darum. Es ist nicht vergessen, auch wenn wir l\u00e4ngst vergangen sein werden. Am Ende der Zeit wird der Sch\u00f6pfer es wiederbringen und sein gerechtes Urteil dar\u00fcber sprechen. Und er hat versprochen, dass er diejenigen, die er getauft hat aus Gnade, die ihm geglaubt und zu ihm gebetet haben um seine Vergebung, herauff\u00fchren wird aus dem Staub des Todes in seine erneuerte Sch\u00f6pfung. Wo er selbst, der Sch\u00f6pfer des Himmels und der Erde \u201e<em>bei ihnen wohnen wird und abwischen alle Tr\u00e4nen von ihren Augen<\/em>\u201c (Offenbarung 21, 4). &#8211;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses gewaltige Versprechen leuchtet in das Dunkel der langen N\u00e4chte, unseres Leben und des Todes. Und wir k\u00f6nnen getrost sein und warten, bis es soweit ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Etwas davon fasst wiederum sch\u00f6n und treffend das Lied:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Doch wie der Landmann seine Saat<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>ausstreuet, eh der Winter naht,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>um k\u00fcnftig Frucht zu sehen:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>So, treuer Vater, deckest du<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>auch unsern Leib mit Erde zu,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>dass er soll auferstehen.<\/em>\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pfarrer David M\u00e4gli<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: Hondwiler Pl\u00e4ttle 4. Quartal 2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wort des Pfarrers Es f\u00e4llt der h\u00f6chsten B\u00e4ume Laub Jedes Jahr d\u00fcrfen wir wunderbare Herbsttage erleben: Das langsam wogende Wolkenmeer, das weite Blau des Himmels, die goldgelbbraunroten B\u00e4ume und B\u00fcsche, das herbstlich warme Licht der Sonne. 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