Grusswort des Pfarrers

Vor dem Amtsantritt

Das Helle des Evangeliums

Liebe Hundwiler

Als ich mich vor 7 Jahren im Hondwiler Blättli als Vikar verabschiedete, hatte ich mich gefragt, welche Wege diese aufgeweckten, manchmal etwas wilden Hundwiler Kinder wohl gehen werden, die ich unterrichtet hatte. Die meisten von ihnen stehen nun fest im Berufsleben. Ob sie sich noch an den Unterricht beim Vikar Mägli erinnern und an den, von dem sie im Unterricht gehört haben?

Oder gehen sie allein auf sich und ihre Gedanken und Wünsche gestellt ihren Weg? Ich hoffe sehr ,dass sie auch heute noch manchmal zu ihm beten und auf sein Wort hören und auch als Erwachsene noch hie und da einstimmen in die Lieder, die sie damals im Unterricht aus voller Kehle gesungen haben. Gerne erinnere ich mich an diesen fröhlichen Kindergesang und daran, dass die Kinder trotz aller Unbändigkeit auch zugehört und ernste Fragen gestellt haben, so dass ich manches Mal fröhlich nach Hause gegangen bin.

Für unser Land und auch das Dorf Hundwil hängt viel davon ab, dass die Kinder etwas vom hellen Licht des Evangeliums erfassen und es nach Hause mitnehmen. Es ist ein unschätzbarer Segen, wenn hier und da das unser Vater gebetet wird und manchmal auch in einer Stube ein Lied erklingt , das von den Werken Gottes singt. Wenn in einer Familie klar ist: das Gute kommt nicht von den Menschen und  ihren Theorien und Vorschriften (zum Beispiel vom Bundesamt für Gesundheit), sondern von Gott.

Nun darf ich als Hundwiler Pfarrer mithelfen, dass dieses Gottvertrauen wachsen kann. Es ist eine Gnade, dass ich in eine Gemeinde komme, in der mein Vorgänger treu und zuverlässig den Dienst am Wort versehen hat. So dass manches Herz im Glauben gestärkt worden ist und das Lob Gottes über die Klage der Schlechtigkeit der Menschen obsiegt hat. Ich freue mich auf eine neue Schar lebensfroher Kinder und hoffe, dass ich Ihnen etwas mitgeben kann aus der Fülle des Evangeliums. So dass sie geschärften Verstandes und frohen Mutes ihren Teil zum Wohl des Dorfes und Landes beitragen können. Ich freue mich auf viele gemeinsame Gottesdienste und Abendmahlsfeiern, in der Hoffnung, dass etwas vom Trost und Frieden des Evangeliums in unseren Herzen und Häusern Raum finden darf. Ich freue mich auf gute Begegnungen und Gespräche im Dorf, zu Hause, im Pfarrhaus mit dem  Wunsch und der Bitte, dass wir einander achten können, so wie es sich gebührt.

Wie lange ich dieses Amt noch ausführen kann, weiss kein Mensch. Noch für 70 Prozent Arbeit werde ich bezahlt, bereits 10 Prozent weniger als mein Vorgänger. Möglich, dass es in wenigen Jahren wieder weniger sein wird. Werde ich vielleicht sogar der letzte Hundwiler Pfarrer sein? Der letzte Pfarrer, der mit seiner Familie in Hundwil lebt und allein in Hundwil sein Amt hat und nicht von irgendwoher mehrere Gemeinden „betreut“? –

Auch solche Fragen sind es, mit denen ich dieses Pfarramt übernehme. Nur wenig habe ich in der Hand, die Antworten darauf positiv zu beeinflussen. Gott sei Dank ist da auch noch eine Gemeinde die bescheiden und treu den Weg mit mir geht.

Und Gott sei Dank ist da noch Gott selber. Er hat alles in seiner Hand. Der Gott auf dessen Name wir getauft worden sind: Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Er hat versprochen dass denen, die ihn lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken. Das lässt mich mit Dankbarkeit und Zuversicht auf die kommende Zeit mit Euch schauen, liebe Hundwiler. Möge er mit seiner Gnade mit uns sein!

Pfarrer David Mägli